New school Wintertraining
01. November 2013 -

Die meisten Sommersportler haben in der Regel eins gemeinsam: Es graut ihnen vor den trüben, feuchten und kalten Wintertagen. Da ist draußen bald Schluss mit lustig, insbesondere was das Radfahren angeht! Nur die Hartgesottenen überwinden sich auch bei winterlichen Bedingungen mit Kälte, Feuchtigkeit und wenig Licht stundenlange Ausfahrten runter zu strampeln! Alternativ bietet sich bekanntermaßen das lustige Ergometerfahren an, meist wiederum in Form von stundenlangen Grundlageneinheiten traditionellerweisse vorgesehen.
Wenn du ein old-school-Fahrer bist, gibt es auch nicht allzu viele Alternativen zum Ergometer, außer eben warm anziehen und mit beheizbaren Einlagesohlen die geforderten Stunden Outdoor zu überleben ..
Die berühmten Grundlagen wollen schließlich aufgefrischt bzw. für die Wettkampfsaison gelegt werden. So lautete zumindest die Jahrzehnte alte Trainingsphilosophie vieler Trainer und bzw. jeder Menge Sportler.
Seit einigen Jahren haben Sportphysiologen, Sportmediziner und Sportwissenschaftler allerdings erkannt, dass es auch andere Wege gibt, um die Form für die kommende Saison optimal aufzubauen. Es geht in den Vorbereitungsphasen nämlich in erster Linie schon mal darum, die sogenannte Schwellenleistung über den Winter hinweg zu steigern, und nicht, wie das in vielen traditionellen Konzepten passiert, primär durch langsames und langes Training diese über den Winter üblicherweisse zu verschlechtern!
Das moderne Wintertrainingskonzept, prominente Beispiele wie Bradley Wiggins und Chris Froome (Team Sky) belegten diese Strategie eindrucksvoll mit ihren Erfolgen bei den letzten beiden Erfolgen der Tour de France , sieht nämlich schon beginnend mit November jede Menge Intervalle in den intensiveren Trainingszonen knapp unter, an und sogar über der anaeroben Schwelle im sog. VO2max-Bereich, sowie das bei den meisten recht ungeliebte Krafttraining und sogar High-Intensity-Intervalle (HIT) im anaeroben Bereich vor! (siehe exemplarisch Berichte in www.cyclingweekly.co.uk oder www.training4cyclists.com/threshold-power)
Das gute an der Sache ist aber vor allem für Freunde des Wintersports, dass sich hierzu auch Trainingsmittel wie Skibergsteigen, Skilanglaufen oder Schneeschuhtouren anbieten, allesamt sehr gute Mittel, um auch intensiveres Trainingseinheiten (vor allem bergauf!) in der freien Natur ohne Erfrierungserscheinungen wie beim Flachfahren zu realisieren.
Ergänzt durch meist kurzweilige und in Summe kaum mehr als 1,5 Stunden dauernde Intervall-Trainingseinheiten am Ergometer kommt man so als Amateursportler auch mit bescheidenem Trainingsumfang viel, viel weiter als traditionell trainierende Sportler mit meist den doppelten oder sogar noch höheren Umfängen. Wie sagt Trainingsguru Joe Friel, vielen sicherlich bekannt durch die Radsportbibel in seinem neusten Buch zum Thema Trainingssteuerung so markant: Als Strassenfahrer bzw. Triathlet müssen sie sich in erster Linie auf die Intensität, in zweiter Linie auf die Dauer und erst in dritter Linie auf das wöchentliche Volumen konzentrieren!
Ein derartiges Konzept ist natürlich genauso individuell anzupassen wie ein herkömmliches, müssen doch die Anzahl der Trainingseinheiten, deren Intensitäten und Umfänge optimal auf die Leistungsvoraussetzungen, die Ziele, den Trainingsbedingungen und vor allem auch an die individuelle Regenerationsdauer angepasst werden! Ein spannendes, interessantes und sehr lohnenswertes Unterfangen! Wir stehen dahingehend natürlich allen Interessierten gerne mit Rad(t) und Tat zur Seite!

Herzlichst Euer Romi Schönfeld
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