Eine Reise wert...
13. August 2017 -

Im Zuge unseres heurigen Schwedenurlaubs ergab sich eher zufällig eine Teilnahme beim Cyklevasan 90, der Sommerversion des berühmten Vasalaufes, der alljährlich am ersten Märzwochenende zwischen Sälen und Mora in Mittelschweden stattfindet. 2014 stand ich dort ebenfalls schon mal am Start an diesem beeindruckenden, weltweit bedeutendsten Langlaufrennen mit 16.000 Startern. Die Sommerausgabe ist geringfügig länger, nämlich 94 km, verlaufen doch die ersten 10 km etwas abweichend von der Strecke im Winter, der Rest aber auf der originalen Trasse des Vasaloppets, wie er auf schwedisch heisst.
Zunächst war es schon mal spannend eine Startnummer zu bekommen, entschied ich mich doch erst ein paar Wochen vorher zu starten, nachdem ich wie gesagt eher zufällig beim Stöbern im Internet auf den Bewerb gestossen und recht erstaunt war, dass er schon lange ausgebucht war... Also blieb als einzige Option über eine schwedische Startnummernbörse einen Platz zu ergattern, was auch reibungslos gelang, allerdings mit dem kleinen Manko, dass mir dadurch die 58. Startgruppe zugeteilt wurde, also mehr oder weniger bei den 13.000 gemeldeten Starten von ganz hinten aus startend eher ein Radwandertag bervorstehen sollte. Um das zu vermeiden gibt es noch wie ich herausfand die Option bei sog. Sichtungsrennen im Vorfeld eine günstiger Gruppe zu bekommen. Wieder eher zufällig lag auf unserer Reiseroute genau eine Woche vorher ein Örtchen namens Motala, wo ein kleinerer Marathon über 3 Distanzen stattfand. Ich entschied mich für die mittlere Strecke, die 67 km, und siehe da ich konnte diese sogar Overall gewinnen. Der positive Nebeneffekt - die erste Startgruppe beim Cyklevasan, also Radwandertag ade:-)
Der Tag X war dann wirklich sehr beeindruckend, 13.000 Starter habe ich noch nie bei einem Radbewerb erleben dürfen, umso erstaunlicher, aber wie in Schweden völlig normal, das ganze äusserst diszipliniert und reibungslos schon bei der Anfahrt, beim Start selber und auf der Strecke abläuft. Die Schweden, die naturgemäß den Grossteil der Starter ausmachen, sind in allen Belangen gelassen, sehr diszipliniert und rücksichtsvoll, was man bei uns leider zunehmend vermisst. So verlief der Vasan nicht nur stressfrei, sondern wurde zu einem meiner ganz grossen positiven Erlebnisse, wobei der sportliche Aspekt eher im Hintergrund stand. Ich wollte den Tag mehr oder weniger nur geniessen sogut es bei einem Rennen halt geht. Daher wurde auch nicht 100% gegeben wie sonst, sondern ich konnte den Vasan, der durch herrliche, riesige Wald- und Wiesenflächen führt tatsächlich aufsaugen! Trotzdem war das Resultat recht ordentlich, Platz 102 Overall bzw. 2. in der AK, aber das war wie gesagt nebensächlich. Ich kann allen Liebhabern Nordeuropas und des Bikesports diesen einzigartigen auf legendären Trails führenden Bewerb, vermutlich sogar der größte weltweit - auch auf Grund der bescheidenen knapp 800 Höhenmetern und technisch recht einfachen Strecke - jedem nur wärmstens empfehlen!! Schweden - wir kommen wieder...
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